Amsterdam: KI-Forschung, Entrepreneurship und Technologietransfer
Die ersten Programmpunkte in Amsterdam führten die Teilnehmenden zum Amsterdam Science Park und in das LAB42 der Universität Amsterdam. Dort lernten sie das niederländische KI-Ökosystem kennen und erhielten Einblicke in aktuelle Forschungsarbeiten zu Robotics & AI, medizinischer Bildgebung sowie den Aktivitäten des Innovation Center for Artificial Intelligence (ICAI). Besuche im Startup Village Amsterdam und der ELLIS Unit Amsterdam ergänzten diese Perspektive um Erfahrungen aus Gründung, Technologietransfer und der Entwicklung marktfähiger KI-Lösungen. Besonders sichtbar wurde dabei die enge Zusammenarbeit zwischen universitärer Forschung, Start-ups und Industrie sowie die konsequente Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse in Innovationen und Anwendungen.
Am zweiten Tag besuchte die Gruppe Elsevier. Gemeinsam mit Amin Tabatabaei, George Tsatsaronis, Alina Helsloot, Hosein Azarbonyad und Khang Ly diskutierten die Teilnehmenden aktuelle Entwicklungen rund um Generative AI im wissenschaftlichen Publizieren und KI-gestützte Forschungsprozesse. Die Gespräche konzentrierten sich auf Forschungsintegrität, Qualitätssicherung sowie Chancen und Herausforderungen generativer KI für wissenschaftliche Recherche, Peer Review und Publikationsprozesse.
Den Abschluss in Amsterdam bildete die Veranstaltung Imagine Innovators Europe 2026 von Edge Impulse. Im Fokus lagen Embedded AI, Edge Computing und Anwendungen, bei denen KI-Modelle direkt auf Endgeräten ausgeführt werden, um Echtzeitverarbeitung und ressourceneffiziente Systeme zu ermöglichen. Mit Milan Ferus-Comelo war zudem ein Mitglied der AI Grid Community Teil des Programms.
Eindhoven: Industrielle KI und High-Tech-Ökosysteme
Der nächste Programmtag begann am AI Innovation Center des High Tech Campus Eindhoven. Nach einer Einführung in das Innovationsökosystem durch Steven Feenstra gaben mehrere Unternehmen Einblicke in aktuelle industrielle KI-Anwendungen.
Airvision stellte gemeinsam mit Rob Stevens und Rüzgar Eserol Ansätze zur KI-gestützten visuellen Inspektion vor. Im anschließenden Austausch ging es um Modelltraining, visuelle Daten und reale Deployment-Szenarien. Ergänzend dazu sprach Rakesh Sawan von In Time Tec über Technologieentwicklung und Innovationsprozesse, während Andrew Statham von ARION Anwendungen aus den Bereichen Wearable Intelligence und Bewegungsanalyse präsentierte. Die Gespräche machten deutlich, wie vielfältig KI bereits heute in industriellen Anwendungen eingesetzt wird – von visueller Qualitätskontrolle über intelligente Wearables bis hin zu datengetriebenen Innovationsprozessen.
Am Nachmittag besuchte die Gruppe ASML. Im Austausch mit Nicola Pezzotti erhielten die Teilnehmenden Einblicke in industrielle Forschungsstrukturen, wissenschaftliche Karrierewege und die enge Zusammenarbeit von Industrie und akademischer Forschung im niederländischen High-Tech-Ökosystem. Der anschließende Besuch des ASML Experience Center mit Lucca Geldens verdeutlichte zudem die Bedeutung moderner Halbleitertechnologien für KI-Infrastrukturen und Hochleistungsrechner.
Delft: Forschung und studentische Innovationskultur
Zum Abschluss der Reise besuchten die Mitglieder die Delft University of Technology. Nach einer Einführung in das KI-Ökosystem der Universität durch Fatemeh Mostafavi und Charlotte Boelens lernten die Teilnehmenden aktuelle Forschungsprojekte verschiedener KI-Labore kennen. Im CHEMEAI Lab standen Anwendungen für Chemie und Materialforschung im Mittelpunkt, während das REAiHL Lab Ansätze für Human-Centered AI und den Gesundheitsbereich vorstellte. Forschende des D@S Lab und des GENIUS Lab präsentierten darüber hinaus Arbeiten zu datengetriebenen Methoden, Mensch-KI-Interaktion und vertrauenswürdiger KI.
Ein gemeinsames Poster- und Networking-Lunch bot Raum für Gespräche mit den Vertretern aus Wissenschaft und Industrie, darunter Mondai | House of AI, MKB Data Studio und das ELLIS Unit Delft Netzwerk. Für die Teilnehmenden bot sich dabei die Gelegenheit, Forschungsideen zu diskutieren, neue Kontakte zu knüpfen und Einblicke in unterschiedliche Karriere- und Innovationswege zu gewinnen. Den Abschluss bildete der Besuch von Team Epoch, dem AI Dream Team der TU Delft, das eindrucksvoll zeigte, wie studentische Initiativen Forschung, Innovation und Unternehmertum miteinander verbinden.
Wissenschaftlicher Austausch zwischen Forschung und Anwendung
Die Niederlande präsentierten sich als KI-Ökosystem, das Offenheit, enge Vernetzung und eine ausgeprägte Anwendungsorientierung vereint. Forschungsgruppen, Start-ups, Unternehmen und Innovationszentren agieren nicht isoliert voneinander, sondern arbeiten über institutionelle Grenzen hinweg eng zusammen.
Für die Teilnehmenden war die Reise weit mehr als eine Reihe von Vorträgen und Unternehmensbesuchen. Die Reise bot zahlreiche Gelegenheiten, eigene Forschung vorzustellen, aktuelle Fragestellungen zu diskutieren, Kontakte zu knüpfen und neue Impulse für die eigene Arbeit mitzunehmen – von Human-Centered AI bis hin zu multimodalem Lernen.
Die Science & Innovation Tour 2026 zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll internationale Vernetzung für junge KI-Forschende sein kann. Der direkte Austausch mit führenden Forschungsgruppen, innovativen Start-ups und etablierten Unternehmen eröffnete neue Perspektiven auf Forschung, Karrierewege und den Transfer von KI in die Praxis. Gerade diese Verbindung aus wissenschaftlicher Exzellenz, industrieller Anwendung und offenem Austausch machte die Science & Innovation Tour 2026 zu einer besonders wertvollen Erfahrung.





