AI Grid Summit 2026: Von exzellenter Forschung zu konkreten Anwendungen

Am 14. und 15. Oktober 2026 kam die AI Grid Community im Forum Digitale Technologien in Berlin zusammen. Mehr als 120 Nachwuchstalente, Expert:innen aus Wissenschaft und Wirtschaft sowie Vertreter:innen des deutschen KI-Ökosystems brachten ihre Fragen und Ideen mit. Die zentrale Frage lautete: Wie wird aus exzellenter KI-Forschung eine konkrete Anwendung?

Laure Poirson, Projektleiterin von AI Grid, bringt es auf den Punkt: „Deutschland hat hervorragende KI-Forschung. Entscheidend ist, jungen Forschenden frühzeitig die Netzwerke und Unterstützung zu bieten, die sie brauchen, damit aus ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen Innovationen entstehen können. AI Grid versteht sich als Brücke zwischen Forschung, Wirtschaft und Entrepreneurship.“ Daher legten zahlreiche Formate des Summits den Schwerpunkt auf Karriereentwicklung und berufliche Perspektiven.

Vorabend: Networking mit Women in AI

Die Unterstützung von Frauen in der KI ist eine der zentralen Prioritäten von AI Grid. Am Vorabend des Summits, dem 13. Oktober, fand ein Networking-Abend gemeinsam mit Women in AI statt. In einem warmen Abendformat bot er einen guten Einstieg und schuf neue Kontakte unter Frauen. Laure Poirson und Jenny Gyurakovics (Women in AI Germany, Berlin Chapter) eröffneten den Abend. Dr. Maria Börner (Ambassadorin, Women in AI Germany) gab einen Impuls zu „How to Use LinkedIn to Boost Your Career“, bevor Networking Bingo und lockere Gespräche den Abend prägten.

Summit Day 1: Forschung auf dem Weg in die Praxis

Laure Poirson zusammen mit Prof. Dr. Wolfgang Wahlster (AI Grid, DFKI) eröffnete den ersten Tag. In den Member Spotlights unter dem Titel „Impact Stories“ berichteten junge Forschende aus der Community von ihren Projekten und ihren Erfahrungen in AI Grid. Gesprochen haben Sönke Erdmann (Masterstudent und unabhängiger Forscher, Universität Amsterdam / Universität Potsdam), Teresa Kutzner (Doktorandin, Hochschule der Medien Stuttgart), Michael Krah (Wissenschaftler, OFFIS – Institut für Informationstechnik), Erik Voigt (Doktorand, Otto-Friedrich-Universität Bamberg) und Milan Ferus-Comelo (Masterstudent, Karlsruher Institut für Technologie / Mitgründer von SmartCart).

Nach einem Impuls von Dr. Tina Klüwer (AI NATION) knüpften Dr. Susanne Perner (TU Berlin) und Jakob Haardt (EURICE) in der Fishbowl-Diskussion „From Lab to Real-World Applications“ daran an. Moderiert wurde die Runde von Dr. Aljoscha Burchardt (DFKI). Dr. Tina Klüwer machte deutlich: „Der Transfer von Forschung in die Praxis bereitet mir Sorgen und hält mich nachts wach. Er dauert schlichtweg zu lange. […] Was wir brauchen, sind mehr Ausgründungen aus Hochschulen heraus und ein Dialog zwischen Gesellschaft, Unternehmen und Wirtschaft, damit Gründungen langfristig erfolgreich sind.“

Am Nachmittag wurde daraus praktische Arbeit. In den Applied-AI-Workshops tauschten sich die Teilnehmenden mit Manuel Treutlein (Netze BW GmbH/KIT), Johannes Zimmer (lytris), Abdulrahman Ulfat (Open Prometheus) sowie Christina Embacher und Dr. Jonas Dippel (Aignostics) aus.

In den Science Deep Dives ging es um:

Am Abend des ersten Tages stand der Austausch im Mittelpunkt: Wiedersehen, neue Bekanntschaften und ein PowerPoint-Karaoke.

Summit Day 2: Die eigene Karriere gestalten

Laure Poirson eröffnete den zweiten Tag mit der Frage „Wie sieht eine erfüllende Karriere in der KI aus?“

Dr. Birte Seffert (GSO) lud dazu ein, die eigenen Werte zu reflektieren und sich den künftigen Arbeitsalltag konkret vorzustellen. Ihr Rat: Zeit für fundierte Entscheidungen nehmen. Das Europäische Kompetenzrahmenwerk für Forschende kann helfen, die eigenen Stärken zu erkennen und sichtbar zu machen.

In den Boost-Your-Career-Workshops ging es um Bewerbungen, übertragbare Kompetenzen, akademische Laufbahnen und den Schritt in die Gründung. Der Workshop zum CV-Schreiben mit Dr. Maria Börner und Jenny Gyurakovics (Women in AI) zeigte, wie sich Forschungskompetenzen für andere Branchen übersetzen lassen. Der Application Check mit Dr. Birte Seffert (GSO) widmete sich der Frage, wie man unter 100 Bewerbungen heraussticht. Andrea Adams (TU Berlin) begleitete die Orientierung in akademischen Karrierewegen, und Koral Nuñez (AI NATION) sowie Philipp Heinicke (Science & Startups) zeigten den Weg von der Forschung in die Gründung.

Am Career & Opportunities Marketplace wurden Fragen zu Gesprächen. An den Stationen Start-up, Public/Policy, Industrie, Wissenschaft und Forschungsförderung konnten die Teilnehmenden direkt mit Vertreter:innen aus Wissenschaft, Industrie und Start-ups sprechen, darunter Jakob Tesch (Gretchen AI), Koral Nuñez (AI NATION, Abdulrahman Ulfat (Open Prometheus), Patrick Gilroy (TÜV-Verband), Dr. Madhura Thosar (JungHeinrich), Frederic Voigt (M.M.Warburg & CO), Kerstin Lenhof (Universitätsmedizin Göttingen & CAIMed), Dr. Birte Seffert und Tobias Renner (GSO), Mareike Grau (KI-Servicezentrum Berlin-Brandenburg, HPI), Carsten Walbiner (DAAD) sowie Michael Samjatin (HHI) und Myron Sydorov (BRISA).

Von der Forschung bis zur Karriere

Der Summit hat gezeigt, dass Exzellenz allein nicht genügt. Forschung wird erst dann wirksam, wenn sie auf Menschen trifft, die Fragen stellen, Wege öffnen und einander den nächsten Schritt zutrauen. Genau darin sehen wir unsere Aufgabe bei AI Grid: Mitglieder nicht nur in ihrer Forschung zu begleiten, sondern auch auf dem Weg in ihre berufliche Zukunft. Denn Talent entfaltet sich dort am stärksten, wo Forschung, Karriere und Gemeinschaft zusammenkommen.

 

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