Anfang Juni kamen in Hamburg mehr als 50 Promovierende, Postdocs und fortgeschrittene Masterstudierende zusammen, um sich mit einer Frage zu beschäftigen, die viele Forschende bewegt: Wie gelingt der Schritt von der Wissenschaft in die Industrie?
Die Veranstaltung wurde von AI Grid, Software Campus, Women in AI Hamburg und dem Artificial Intelligence Center Hamburg (ARIC) organisiert und durch die NORDAKADEMIE unterstützt. Ziel war es, Orientierung zu geben, praktische Werkzeuge zu vermitteln und einen offenen Austausch über Karrierewege außerhalb der akademischen Forschung zu ermöglichen.
Forschungskompetenzen neu einordnen
Zum Auftakt berichteten Prof. Arne Ewald (NORDAKADEMIE), Dr. Madhura Thosar (Jungheinrich Digital Solutions) und Dr.-Ing. Maryna Feierabend (Hamburger Energiewerke) von ihren eigenen Karrierewegen zwischen Forschung und Praxis. Ihre Erfahrungen machten deutlich, dass der Übergang in die Industrie häufig weniger an fehlenden Kompetenzen scheitert als an der Frage, wie diese sichtbar gemacht und kommuniziert werden können.
Im Anschluss an die Keynotes diskutierten die Teilnehmenden in kleinen Gruppen gemeinsam mit zehn Mentor:innen, die selbst erfolgreich den Wechsel von der Wissenschaft in die Industrie vollzogen haben, über Karrierewege außerhalb der akademischen Forschung. Beim „Stammtisch“ zu akademischen Leistungen in der Unternehmenswelt sowie einem Mini-Workshop zum Thema „How to Pitch Your Skills for a Business Job“ arbeiteten sie daran, ihre wissenschaftlichen Kompetenzen für die Wirtschaft sichtbar und verständlich zu machen. Der direkte Austausch mit den Mentor:innen ermöglichte praxisnahe Einblicke in unterschiedliche Karrierewege und Herausforderungen beim Übergang in die Industrie.
Mehr als nur ein neuer Job
Neben praktischen Fragen zu Bewerbungen, Interviews und Karrierewegen rückten auch persönliche Aspekte in den Fokus. Viele Diskussionen drehten sich um die Suche nach einem Umfeld, das zu den eigenen Interessen und Werten passt, sowie um den Mut, neue Wege auszuprobieren.
Ein wiederkehrendes Thema war dabei die Bedeutung von Netzwerken. Der Austausch mit Mentor:innen, die den Schritt aus der Wissenschaft bereits erfolgreich gegangen sind, zeigte den Teilnehmenden, dass berufliche Übergänge selten geradlinig verlaufen und dass niemand diesen Weg allein gehen muss.
Brücken zwischen Wissenschaft und Wirtschaft
Das zentrale Fazit des Workshops: Forschende bringen bereits viele der Kompetenzen mit, die in Industrie, Start-ups und öffentlichen Organisationen benötigt werden. Entscheidend ist, den eigenen Mehrwert zu erkennen und überzeugend zu vermitteln.
Mit offenen Gesprächen, praxisnahen Übungen und dem direkten Austausch zwischen Nachwuchsforschenden und erfahrenen Fachkräften schuf „Beyond Academia“ einen Raum für Orientierung, neue Perspektiven und wertvolle Verbindungen. Genau diese Brücke zwischen wissenschaftlicher Expertise und beruflicher Praxis machte den Workshop für viele Teilnehmende besonders wertvoll.




